3. Strafe / Belohnungen


Überall lernt man nur von denen,
die man liebt.
Johann Wolfgang von Goethe

 


Strafe: Wenn wir Menschen bestrafen, geht Aufrichtigkeit im Kontakt verloren, weil Menschen sich vor Strafe schützen möchten. Wenn Aufrichtigkeit nicht mehr möglich scheint, entstehen Lösungen, Regeln und Vereinbarungen, hinter denen nicht alle stehen. Infolgedessen halten sich nicht alle an diese Vereinbarungen, weil der verborgene Teil für eine ganzheitliche Lösung entscheidend wichtig gewesen wäre. Wir stehen nur hinter Vereinbarungen, wenn unsere Bedürfnisse geachtet sind.
Jedes Lebewesen, ob Tier oder Mensch dient seinem Leben. Mit jeder Handlung erfüllen wir uns ein von der Natur gegebenes Bedürfnis. In der Gewaltfreien Kommunikation möchten wir keine moralischen Urteile über die Handlungen eines Menschen fällen.
Sondern fragen: "Was fühlst und brauchst du und wie können wir unsere Bedürfnisse erfüllen?"
Belohnungen: Wenn uns äußere Belohnungen sehr wichtig werden, weil wir vielleicht unseren gottgegebenen Wert nicht wahrnehmen können, ist es dann möglich, dass wir unserem eigenen inneren Bauplan folgen? Menschen die Wahres ins Leben gerufen haben, folgten selten dem, was gesellschaftlich anerkannt war, sondern dem Sinn ihrer Handlung.
In der Gewaltfreien Kommunikation ist es uns wichtig, dass Menschen aus freiem Willen, weil sie unser Leben bereichern möchten, etwas für uns tun. Denn wir zahlen einen hohen Preis, wenn es aus Schuld- oder Schamgefühlen getan wird, Vertrauen im Miteinander geht verloren. Unser Ziel ist es, dass Menschen sich in jedem Moment frei fühlen, wenn wir mit ihnen im Kontakt sind. Denn wir vertrauen darauf, dass Menschen von Herzen gerne geben.


Das glauben Sie nicht? Dann denken Sie ein Moment nach:


"Wann haben Sie einem anderen Menschen geholfen?"
– Was fühlen Sie jetzt gerade? - Freuen Sie sich? -


Hilfsbereitschaft wird in der Gewaltfreien Kommunikation als ein natürliches Bedürfnis von jedem Menschen gesehen. Wir übernehmen die Verantwortung für unser Bedürfnis und finden Wege diese zu erfüllen und erwarten keine Hilfe. Wir freuen uns dennoch, wenn uns Hilfe geschenkt wird.